Ein Abend in Luzern. Zwischen Lichtern, See und einer Nacht voller Ruhe

Ich heiße Mara, bin 24 Jahre alt und studiere an der Hochschule Luzern Kommunikationswissenschaften. Mein Alltag ist oft voll: Vorlesungen, Projekte, Nebenjob im Co-Working-Space, Gruppenarbeiten. Ich liebe mein Studium, aber manchmal fühlt es sich an, als hätte mein Leben nicht genug Platz für kleine Momente der Leichtigkeit.

Als ich vor einigen Monaten begann, gelegentlich im Escort-Bereich zu arbeiten, suchte ich genau das: besondere Begegnungen, etwas Romantik, ein Ausgleich zum Kopf-dominierenden Studierendenleben. Und eines dieser Erlebnisse hat mein Bild von diesem Job auf leise, aber nachhaltige Weise verändert.

Der Abend beginnt – ein Treffen an der Kapellbrücke

Es war ein warmer Spätsommerabend, die Sonne stand tief, und die Stadt schimmerte in diesem goldenen Licht, das Luzern manchmal wie eine Filmkulisse wirken lässt. Mein Date – ein ruhiger, charmanter Mann Anfang vierzig – schlug vor, wir treffen uns direkt an der Kapellbrücke.

Als ich dort ankam, standen die Geranien in voller Blüte, Touristen blieben stehen, um Fotos zu machen, und die Reuss glitt ruhig unter den Holzbalken hinweg.
Er stand lächelnd am Geländer, dezent gekleidet, zurückhaltend – jemand, der Wert auf Wärme, nicht auf Aufmerksamkeit legt.

„Ich freue mich, dass Sie da sind, Mara“, sagte er.
Ein Satz, der überraschend viel Bedeutung trug.

Ein Spaziergang, der sich anfühlte wie eine kleine Geschichte

Wir spazierten Richtung See, ohne Ziel, ohne Eile.
Er erzählte von seiner Liebe zur Musik, ich von meinem Studium und davon, dass ich manchmal vergesse, dass man auch einfach mal atmen darf.

Wir setzten uns später ans Ufer des Vierwaldstättersees, die Knie fast im Sand, die Lichter der Hotels spiegelten sich glitzernd im Wasser. Ein leichtes Lüftchen wehte, irgendwo spielte jemand Gitarre – ein Lied, das ich nicht kannte, das aber perfekt passte.

Es war kein lautes Date, kein aufgeregter Austausch.
Es war… ruhig.
Die Art von Ruhe, die man in der Hektik des Unialltags fast nie findet.

„Schau“, sagte er irgendwann und zeigte auf die Berge, deren Spitzen im Abendlicht einen rosa Schimmer angenommen hatten.
„Man vergisst leicht, wie schön dieser Ort eigentlich ist.“

Ich nickte – und meinte nicht nur den See.

Das Hotel am See – eine Nacht, die nach Geborgenheit roch

Er hatte ein Zimmer im Hotel direkt am Ufer, einem dieser eleganten Häuser mit großen Fenstern, weißen Vorhängen und einem Balkon, der sich über das Wasser öffnet.

Ich war vorher noch nie dort gewesen.

Die Atmosphäre war warm, einladend, fast magisch. Nichts war aufgesetzt oder übertrieben – kein Luxus um des Luxuses willen, sondern schlicht ein Ort, an dem man sich wohlfühlt.

Wir tranken später einen Tee am offenen Fenster, hörten das leise Plätschern des Wassers, sahen den Lichtern der Boote zu und sprachen über Dinge, die sonst nie gesagt werden:

über Träume

über Ängste

über Neuanfänge

über das Gefühl, sich plötzlich sicher zu fühlen

Es war eine dieser Nächte, in denen nichts Spektakuläres passiert – und gerade deshalb alles besonders ist.

Als ich irgendwann im Bett lag, eingehüllt in weiche Hotelwäsche, dachte ich nur:
„Es gibt Momente im Leben, die größer sind als alles, was man erwartet.“

Der Morgen danach – Sonnenaufgang über dem Vierwaldstättersee

Ich wachte früh auf.
Er schlief noch, und ich trat leise auf den Balkon. Der See lag spiegelglatt vor mir, der Himmel färbte sich langsam violett, orange und dann hellgolden.

Ich stand dort, barfuß, Tee in der Hand, und dachte zum ersten Mal seit Monaten:
„Ich bin genau am richtigen Ort.“

Als wir später auscheckten, war die Stimmung leicht, vertraut, fast innig.
Keine Überforderung, keine falschen Erwartungen.
Nur Dankbarkeit für einen Abend, der mir gezeigt hatte, dass Nähe auch leise sein kann.

Was dieser Abend mir gegeben hat

Mehr als Romantik.
Mehr als ein schönes Hotel.
Mehr als ein zauberhafter Spaziergang.

Er hat mir gezeigt:

dass ich Begegnungen mag, die Tiefe haben

dass ich in diesem Job Menschen treffen kann, die mich wirklich sehen

dass Romantik nicht immer laut oder leidenschaftlich sein muss

dass ich wachsen darf, auf meine Weise

dass ich es verdient habe, schöne Momente zu erleben

Für mich war dieser Abend einer der schönsten seit langem – und ein Grund, warum ich meine Tätigkeit als Escort nicht als „Job“ sehe, sondern als eine Reihe von Geschichten, die ich sammeln darf.

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